JÄGER AUF DER PIRSCH ODER
DOCH SIGNALTÖNE?

An rund 30 Tagen schiessen wir im Jahr auf unserem Schützenstand in Rickenbach. Neben dem Obligatorisch der Bundesübung und dem Feldschiessen ist der Kalender der Schützengesellschaft mit Trainings und diversen Schiessanlässen gespickt, bei welchen sich Gross und Klein im sportlichen Wettkampf messen und das gesellschaftliche in unserer schönen Schützenstube pflegen können.

Damit dies möglich ist, wurde in ganz frühen Jahren der Gründungszeit die Sicherheit mit Signalhörnern sichergestellt. Heute haben wir selbstverständlich noch höhere Sicherheitsstandards, welche für alle Schützengesellschaften der Schweiz gelten und auch vom Kantonalen Schiessverband regelmässig kontrolliert werden.

In Rickenbach sind das Barrieren auf allen Strassen rund um den Gefahrenbereich, welche den Zugang in den Schiessbereich verhindern und auf die Schiessgefahr hinweisen. Zusätzlich ist beim Schützenhaus und beim Scheibenstand jeweils eine Fahne und oder ein Windsack in rot/weisser Farbe aufgehängt, der für jedermann ersichtlich die Schiessgefahr signalisiert.

Was für uns Schweizer etwas ganz Normales ist, kann für Gäste aus dem Ausland eine unvorstellbare Überraschung sein. Schon mehrmals mussten wir die Schiessübungen unterbrechen, weil ein Reiter oder Fussgänger plötzlich im Schiessbereich aufgetaucht ist und diese Signale nicht gekannt hat oder sich der Gefahr nicht bewusst war.

Ein spezielles Ereignis ereignete sich vor ein paar Jahren, als ein Ehepaar aus Portugal an einem Samstag in Rickenbach zu Besuch war und einen Spaziergang gemacht hat. Plötzlich hatten sie die Idee, über die Wiese in Richtung Scheibenstand zu spazieren, um zu schauen, was das für komische weisse Scheiben mit schwarzem Punkt sind. Trotz dem Schiesslärm liefen sie einfach weiter zum Scheibenstand. Selbstverständlich hat unsere Standchef sofort das Schiessen unterbrochen und sich im Velo auf den Weg zu den Besuchern gemacht, um sie über die Gefahr mit Händen und Füssen aufzuklären, sie konnten nur Portugiesisch. Kaum hatten sie den Scheibenstand verlassen, hatten sie es sich auf der Strasse oberhalb gemütlich gemacht und wollten weiter zuschauen. Das Vertrauen in unsere Schiesskünste war gross, aber nichtsdestotrotz mussten wir nochmals ausrücken und sie aus der Gefahrenzone begleiten. Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass wir scharf schiessen und eine erhebliche Gefahr besteht.

In der Hoffnung, dass wir weiter e 200 Jahre unfallfrei den Schiesssport betreiben können, danken wir an dieser Stelle natürlich für die Rücksichtnahme und hoffen, dass wir nicht wieder Signalhörner anschaffen müssen, damit wir unsere hohen Sicherheitsstandards einhalten können.

 

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